MündelgeldMündelgeld, also Vermögen von unmündigen Menschen (Mündel) darf nur mündelsicher angelegt werden. Der Gesetzgeber ist hier eindeutig. Dieser Umstand hat einen einfachen Hintergrund. Der Zugriff des Staates soll jederzeit schnellstmöglich gewährleistet sein.

Mündel sind nicht etwa nur Waisen. Es gibt einige Situationen, wo für Menschen eine Betreuung erforderlich wird. Meschen mit Behinderungen fallen beispielsweise in diese Kategorie. Dabei kann die Behinderung angeboren oder durch Unfall, Krankheit bzw. geistigen Verfall auch später aufgetreten sein.

Mündel sind geschäftsunfähig und können deshalb keine Verträge rechtsgültig abschließen. Für diesen Zweck wird ein gesetzlicher Betreuer bestellt. Einige seiner Maßnahmen müssen mit einem Gericht abgestimmt werden und ein Betreuer ist diesem gegenüber rechenschaftspflichtig.

Es gibt unterschiedliche Gerichte, die für Mündel zuständig sind. Mündel unter 18 Jahren werden vom Vormundschaftsgericht, über 18 durch das Betreuungsgericht betreut. Der gesetzliche Betreuer kann ein Familienmitglied, eine durch Vollmacht bestimmte Person oder ein gerichtlich bestellter Betreuer sein.
Hat das Mündel ein Vermögen, darf ein Betreuer dieses für das Mündel anlegen. Der Gesetzgeber gibt jedoch vor, dass dafür nur mündelsichere Anlageformen in Frage kommen.

Mündelsicherheit beim Mündelgeld

Die Art der Anlage regelt das Bürgerliche Gesetzbuch, § 1807 Art der Anlegung. Daraus geht hervor, dass Mündelgeld vornehmlich auf Geldwerten geparkt sein muss und das heißt, dass die Vermögen von Mündeln bei steigender Inflation nicht vor Entwertung geschützt werden können.

Der Staat will jederzeit zugreifen können

Hintergrund dieser Vorgehensweise bei der Anlage ist die Möglichkeit des staatlichen Zugriffs. Sollte das Mündel beispielsweise zu einem Pflegefall werden, wird das Mündelgeld für die Deckung der anfallenden Kosten aufgebraucht. Sollte das Mündel beispielsweise über Liegenschaften verfügen oder sogar ein Unternehmen besitzen, würden diese Vermögenswerte auf schnellstem Wege liquidiert.

In so einem Fall liegt auf der Hand, dass bei der Liquidierung keine Höchstpreise erzielt werden können. Hier kommen die Vermögenswerte unter den Hammer und werden in der Regel zu einem Bruchteil des Wertes veräußert. Hier zählt Geschwindigkeit vor Ertrag.

Erben sind hilflos

Falls es Verwandte des Mündels gibt, die im Todesfall einen Anspruch auf ein Erbe aus dem Mündelgeld hätten, müssen diese hilflos zuschauen, wie das Vermögen dahinschwindet. Sie haben keine Möglichkeit, zu Lebzeiten des Mündels in die Art und Weise der Vermögensanlage einzugreifen, um etwa einen Inflationsschutz zu erreichen oder bei einer Veräußerung bessere Preise zu erzielen.

Eine Erbengemeinschaft kann erst dann aktiv werden, wenn der Erbfall eingetreten ist. Sollte es unter den Erben zu Uneinigkeiten kommen, kann das Erbe erst angetreten werden, wenn sämtliche Besitztümer liquidiert wurden und ein Geldbetrag zur Verfügung steht, der zu den entsprechenden Anteilen teilbar ist.

Rechtzeitige Vorsorge statt böses Erwachen

Wie immer liegt es in den eigenen Händen. Jedem kann es passieren, dass man durch Krankheit oder Unfall zu einem Betreuungsfall wird. Wenn so ein Fall bereits eingetreten ist, gibt es wenig Spielraum. Hier wirkt dann der Gesetzgeber. Wer also rechtzeitig Vorsorgen möchte, sollte sich über das Thema Notfallvorsorge beraten lassen. Hierzu gehören u.a. die Schwerpunkte Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Sorgerechtsvollmacht, Unternehmervollmacht und Notfallsystem. Die Experten der ABATUS VermögensManagement können hier mit Rat und Tat zur Seite stehen.


 

Autor:

Markus Engelmann

 


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