Frauen und Geldanlage; glaubt man den Umfragen und Studien, die hin und wieder von Banken oder Finanzmagazinen veröffentlicht werden, sind Frauen die besseren Anleger.
Die ING-DiBa hat vor einiger Zeit eine Analyse der Wertpapierdepots ihrer Kunden vorgenommen. Sie kam zu dem Ergebnis, dass die Depots von Frauen durchschnittlich höhere Renditen erzielt haben als von Männern geführte Depots.
Wenn das also tatsächlich so ist, woran kann das liegen? Und warum sind dann dennoch deutlich weniger Frauen als Männer an der Börse investiert?
Im Grunde geht es gar nicht darum, wer der bessere Anleger/die bessere Anlegerin ist. Es geht darum, dass sich Frauen oft unberechtigterweise zu wenig trauen, an den Finanzmärkten zu agieren. Wenn sie sich erst einmal getraut haben, sind sie mindestens so gut wie männliche Investoren.
Wie in vielen anderen Bereichen neigen Frauen oft dazu, ihr Können zu unterschätzen. Sie investieren oft erst gar nicht in Aktien, Fonds oder ETFs, weil sie glauben, sich nicht genug damit auszukennen.
Aber wenn Frau sich erst an die Börsen getraut hat, ist sie nach den Ergebnissen der Statistiken sehr erfolgreich.
Dabei verhalten sie sich bei der Geldanlage anders als Männer.
Männer kaufen und verkaufen Aktien häufiger als Frauen. Dabei haben Sie dann seltener die Kosten im Blick, was sich negativ auf die Rendite auswirkt. Hinzu kommt ein Hang zur Selbstüberschätzung. Männer glauben schnell an vermeintlich gute Tipps oder ihre besonders gute Strategie. Diese Selbstüberschätzung kann teuer werden. Extreme Gewinne auf der einen Seite werden schnell von Verlusten auf der anderen aufgefressen. Frauen dagegen legen langfristig an und sind eher risikoavers. Und weil sie weniger Risiken eingehen, verpassen sie aber auch die eine oder andere Chance.
Viele Frauen haben ein geringeres Einkommen und Verdienstausfälle durch Erziehungszeiten. Deshalb ist es besonders für Frauen viel wichtiger, ihr Geld zwar sicher und auch rentabel zu investieren.
Da hilft nur eins: Informationen.
Frauen sollten sich ein Basiswissen über Geldanlage aneignen, sich informieren, wie die Märkte funktionieren und welche Risiken und auch Erfolgsaussichten bestehen.
Je mehr sie über die Kapitalmärkte, Aktien, Fonds und Co. wissen, desto besser können sie Chancen und Risiken abwägen und gute finanzielle Entscheidungen treffen.
Mittlerweile ist es recht einfach geworden, sich Finanzwissen anzueignen. Über Podcasts, Blog-Beiträge, Finanzseminare aber auch gut und verständlich geschriebene Bücher und Zeitschriften – teilweise speziell auf Frauen ausgerichtet – lässt sich auf kurzweilige Weise finanzielle Bildung erlangen.
Das Thema Finanzbildung ist auch uns ein Herzensthema. Mit regelmäßigen Vorträgen zum Thema „Geld verstehen“, unseren Blog-Beiträgen und auch einem Podcast vermitteln wir neutrale Informationen, wie Anleger*innen ihr Geld für sich arbeiten lassen. Gewappnet mit diesem Wissen lässt sich souveräner, unabhängiger und weniger ängstlich mit den eigenen Finanzen umgehen.
Ob die Statistiken richtig liegen und Frauen bei der Geldanlage wirklich erfolgreicher sind oder nicht, sollte am Ende keine Rolle spielen. Entscheidend ist, die Finanzen in die eigene Hand zu nehmen.
Die persönliche finanzielle Unabhängigkeit ist ein Ziel, das für alle gilt.
Autor:

Karen Wilke
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