Kunst als WertspeicherKunst als Wertspeicher hat im Bewusstsein der Anleger bisher eher einen Stellenwert als Insideranlage. In einer Studie aus dem Jahr 2008 stellte der große Unternehmer und passionierte Kunstsammler, Roland Berger zeitgenössische Kunst als „eine realistische nicht-korrelierende, hoch-rentierliche und steuerbegünstigte Investitionsalternative zur Aktie“ dar. Damit stand er nicht allein, denn der BlackRock-CEO, Larry Fink prägte den Ausspruch: „Einer der größten Wertebewahrer ist Kunst!“

Eines steht fest, für zeitgenössische Kunst braucht man eine gewisse Expertise. Diese Expertise erreicht man nur über umfangreiche Datensammlungen. Die Firma Artprice ist einer der größten Datensammler in der Kunst. Hauseigene Untersuchungen belegen, dass Kunst bei Haltedauern zwischen 10 und 12 Jahren jährliche durchschnittliche Renditen zwischen 5 bis 8 Prozent realisieren kann. Hier lohnt also ein näherer Blick auf diese besondere Anlageklasse.

Die Absageflut der Messen hat auch im Kunstmarkt ihre Spuren hinterlassen. Galerien und Auktionshäuser weltweit müssen umdenken und nach neuen Wegen suchen. Während sich das Kapital normalerweise zu den Kunstwerken bewegt, sind in der aktuellen Situation Reisen zu Ausstellungen, Vernissagen und Messen nicht mehr möglich. Wie in anderen Branchen auch, setzt man hier auf digitale Lösungen und erschafft digitale „Showrooms“, die zunächst kaum mehr sind als erweiterte Internetseiten. Neue Lösungen in Sachen Vermarktungsstrategien sind gefragt.

Kunst als Wertspeicher - wachsende BedeutungMan möge aufgrund dieser Realitäten mutmaßen, dass die allseits befürchtete Blase am Kunstmarkt zum Platzen neigt. Die Realität spricht aber eine andere Sprache. Kunst als Wertspeicher hat seine Daseinsberechtigung. Die Preise entwickeln sich gut und eine Flutung des Marktes mit Angeboten bleibt ebenfalls aus. Tatsächlich ist die Nachfrage nach bedeutsamer Kunst während Covid-19 eher gestiegen. Die Nachfrage nach attraktiven Anlagen mangels eingeschränkter Konsummöglichkeiten und dem daraus erwachsenen hohen Bedarf an Kapitalspeichern, sind auch in der Kunstbranche angekommen.

Kunst als Wertspeicher - HandelsvolumenDas gehandelte Volumen ging 2020 merklich zurück. Dieses Phänomen kann zu Beginn einer Krise immer beobachtet werden. So ist es auch aus dem Jahr 2008 bereits bekannt. Doch die Stimmung ändert sich recht schnell, denn Kunst erweist sich auch in der aktuellen Krise als stabiler Wertspeicher für große Vermögen.

Institutionelle Anleger bleiben dieser Anlageklasse überraschender Weise, trotz bestehender Vorzüge fern. Sie scheinen Kunst als Wertspeicher noch zu unterschätzen. Fehlendes Verständnis für den Markt und mangelndes Vertrauen in seine Strukturen schüren eine entsprechende Risikovorstellung: „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.“ Außerdem generiert Kunst genau wie Rohstoffe oder Edelmetalle keine laufenden Erträge. Bei Sammlungen ist das schon etwas anders, denn die können durchaus erfolgreich bewirtschaftet werden.

Die Zeiten asymmetrischer Informationsverteilung sind im Wesentlichen vorbei. Dank umfassender Dokumentationen sind plausible Ermittlungen von Marktwerten heute übliche Praxis. Das war im Jahr 2008 noch etwas schwieriger, aber schon damals hatte Dr. Roland Berger in einer Studie zeitgenössische Kunst als „eine realistische nicht-korrelierende, hoch-rentierliche und steuerbegünstigte Investitionsalternative zur Aktie“ bezeichnet.

Kunst als Wertspeicher - Wertzuwachs

Nicht jede Kunst ist Kunst als Wertspeicher

Nicht jedes Kunstwerk kann das Prädikat, Kunst als Wertspeicher bedienen. Man muss zwischen werthaltige Künstlerinnen und Künstlern erkennen und von solchen unterscheiden, die spekulativ von einem Hype getrieben werden. Bei einem nachhaltigen Investmentansatz gilt es Letztere zu meiden.

Der Gewinn beginnt bei der Kunst häufig im Einkauf. Bei einem zu hohen Einstieg wird der lukrative Ausstieg umso schwerer. Bei Kunst als Wertspeicher gibt es etliche Parameter zu berücksichtigen. Aber eine Analogie zu den deutschen Aktienindizes ist durchaus gegeben, denn die unterschiedlichen Philosophien von TecDAX, SDAX, MDAX und DAX kann man auch bei der Auswahl der Kunst spiegeln, wenngleich mit globaler Brille. In Form eines strukturierten Finanzvehikels ist das genauso möglich wie im Rahmen eines Club Deals oder Einzelinvestments.

Gerade der Einzelkauf bzw. der Aufbau einer Sammlung kann für vermögende Familien mit hoher Attraktivität verbunden sein. Das deutsche Recht ermöglicht die Weitergabe von Kunstgegenständen mit einer Steuerfreiheit von bis zu 100 Prozent. Ein Blick hinter die Kulissen lohnt also, gerade vor dem Hintergrund des momentanen Krisenszenarios.


 

Autor:

Michael Renze Geschäftsführer

Michael Renze

 


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