Ausrichtung auf DividendenAusrichtung auf Dividenden ist Orientierung auf Ausschüttungen an Aktionäre aufgrund des Unternehmensgewinns. Diese fallen meist mit den Veröffentlichungen von Quartalszahlen zur Unternehmenssituation zusammen. Manche Anleger streben eine hohe Ausschüttung von Dividenden an. Dabei werden die Aktien oft mit einem geringeren Risiko bewertet und entsprechend hoch im Portfolio gewichtet. Eine hohe Gewichtung von Einzelaktien geht jedoch meist zu Lasten der Diversifizierung und erhöht damit oft das Risiko und geht zu Lasten der Flexibilität und der Gesamtrendite.

Der legendäre Fondsmanager John Templeton gab der Diversifizierung stets einen sehr hohen Stellenwert. Er stellte einst fest:

„Diversifizierung ist ein Sicherheitsfaktor, der unerlässlich ist, weil wir demütig genug sein sollten, um zuzugeben, dass wir falsch liegen können“.

Zusammenhang zwischen Dividenden und Kursentwicklungen

Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Je mehr Vermögen dieses Unternehmen hat, desto wertvoller die Aktie. Die Ausschüttung von Dividenden an die Aktionäre verschiebt einen Teil des Unternehmensgewinns aus dem Unternehmen an die Aktionäre und senkt damit die Vermögensbilanz des Unternehmens. Ein Abfluss von Kapital kann sich auf den Cash-Flow und auf mögliche Gewinne auswirken. Damit kann eine Zahlung von Dividenden also die Kursentwicklung der Aktie hemmen.

Auf das Portfolio hat das in der Regel weniger Einfluss, denn die Dividenden gleichen eine mögliche Abbremsung der Kursentwicklung aus. Nach der Bilanzierung der ausgeschütteten Dividende und des daraus folgenden revidierten Wertes der Aktie macht es bezogen auf diese Position für den Anleger also keinen oder nur einen sehr geringen Unterschied aus.

Auswirkungen der Ausschüttung von Dividenden

Unternehmen schütten Dividenden aus verschiedenen Gründen aus. Einerseits werden die Aktionäre für die Aktienhaltung belohnt und ihr Vertrauen in den Titel gestärkt. Andererseits kann sich eine hohe Dividendenausschüttungsquote aber auch ungünstig auf das Verhalten der Anleger auswirken.

Ausgeschüttete Barmittel sind für das Unternehmen verloren und können nicht reinvestiert werden. Das mag sinnvoll erscheinen, wenn das Unternehmen mittelfristig keine Investitionen plant. Allerdings können sich die Markbedingungen auch sehr schnell ändern, wie man an der aktuellen Situation sehen kann. In so einem Fall könnte ungeplanter Kapitalbedarf entstehen und eine Ausschüttung sich später als Fehler erweisen.

Langfristige Anlageziele definieren

Für Anleger könnte sich eine Ausrichtung auf Titel mit hohen Ausschüttungsquoten von Dividenden und der damit geringeren Diversifikationsmöglichkeiten zu einem erhöhten Risiko entwickeln. Tatsächlich erweist sich eine hohe Streuung in sehr viele Einzeltitel als die sinnvollste Möglichkeit, langfristig mit einem überschaubaren Risiko am Aktienmarkt erfolgreich zu sein.

Außer einem psychologischen Effekt, etwas Zusätzliches zu erhalten, bringen Dividendenausschüttungen für ein Portfolio kaum einen Nutzen. Es sei denn, man wünscht sich Ausschüttungen, die für andere Zwecke verwendet werden sollen und nicht innerhalb des Portfolios reinvestiert werden sollen.

Dazu kommt, dass es keine Garantie auf die Ausschüttung von Dividenden gibt. In wirtschaftlich anspruchsvollen Phasen können Dividendenausschüttungen sinken oder ganz entfallen, wenn die Unternehmen Liquiditätsbedarf haben, um z. B. die Belegschaft oder Gläubiger zu bezahlen.

Dividenden sind nicht garantiert

Während der Finanzkrise im Jahr 2009 schafften mehr als die Hälfte der dividendenzahlenden Unternehmen ihre Dividenden abgeschafft oder verringerten diese spürbar. Gleiches konnte man nach dem Beginn der Lockdowns während der globalen Pandemie beobachten. Es ist also ratsam, sich nicht auf die Ausschüttung von Dividenden zu verlassen.

Durch die Ausrichtung von Investitionen in ausschließlich Bardividenden ausschüttende Unternehmen, schränken Anleger ihre Chancen deutlich ein. Der Anteil dividendenzahlender Unternehmen in den USA betrug lag im Zeitraum von 1963 bis 2019 bei knapp über 50 Prozent. Wer sich also auf solche Aktien konzentrierte, verpasste fast die Hälfte des gesamten US-Marktes.

Auf den globalen Markt übertragen, verschenken Anleger Chancen, die der restliche, nichtausschüttende Markt mit sich bringt. Das betrifft vor allem Aktien kleiner und mittlerer Unternehmen (Small Caps, Mid-Caps), die vergleichsweise sehr starke Kursentwicklungen aufweisen und in dieser investitionsfreudigen Unternehmensphase noch keine Ausschüttungen vornehmen können oder wollen.

Erfahrungsgemäß ist eine breitgestreute, globale Diversifikation, gekoppelt mit einer geringen Kostenstruktur, also wie in der WERTE-Strategie, ein sehr erfolgreicher Anlageansatz.


 

Autor:

Rene Klüsener

René Klüsener

 


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