Zinsen rauf, Kurse runter – Zinsen runter, Kurse rauf. Was logisch klingt, ist vielen bei Anleihen nicht bewusst. Denn auch festverzinsliche Wertpapiere schwanken im Preis. Warum sinkende Zinsen zu steigenden Kursen führen, erklären wir heute einfach und präzise.
Wer eine einzelne Anleihe bis zur Endfälligkeit hält, bekommt im Regelfall den Nominalwert von 100 % zurück – vorausgesetzt, es kommt zu keinem Ausfall. Zusätzlich fließen die vereinbarten Zinskupons. Doch während der Laufzeit schwankt der Kurs täglich. Kaufen Sie eine Anleihe oder einen Anleihefonds, erwerben Sie diese stets zum aktuellen Tageskurs – und verkaufen später ebenfalls zum dann gültigen Kurs. Dieser wird laufend neu bewertet.
Einer der wichtigsten Einflussfaktoren: das allgemeine Zinsniveau.
Warum steigen Kurse, wenn Zinsen fallen?
Angenommen, Sie haben eine Anleihe mit 4 % Zins gekauft. Einige Zeit später liegt das Marktzinsniveau nur noch bei 2 %. Neue Anleihen bringen also weniger Ertrag. Ihre bereits gekaufte Anleihe mit 4 % ist damit attraktiver als das aktuelle Marktangebot. Ein Käufer, der sie Ihnen abkauft, sichert sich höhere Zinsen als marktüblich.
Diesen Vorteil erhält er jedoch nicht geschenkt.
Er zahlt einen höheren Preis. Der „Mehrwert“ der besseren Verzinsung wird über den Kurs ausgeglichen. Die Anleihe notiert über 100 %.
Für Sie bedeutet das:
Neben den bereits erhaltenen Zinsen entsteht zusätzlich ein Kursgewinn.
Bei Anleihefonds funktioniert dieser Mechanismus genauso. Sinkende Zinsen führen dazu, dass ältere, höher verzinste Bestände im Fonds wertvoller werden. Der Fondspreis steigt.
Wichtig ist daher:
Anleihen sind keine starren Konstrukte mit ausschließlich festen Zinszahlungen. Während der Laufzeit wirken Marktbewegungen auf die Bewertung – positiv wie negativ.
Wie sich steigende Zinsen auf Kurse auswirken und warum es dann unangenehm werden kann, zeigen wir kommenden Freitag.
Bei Fragen einfach fragen.
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