Bevor man sich mit Renditeerwartungen, Risiken oder der Frage beschäftigt, wie liquide eine Anlage sein muss, hilft es enorm, erst einmal ein Fundament zu haben. Und dieses Fundament lautet: Wie sah die langfristige, durchschnittliche Rendite verschiedener Anlageklassen historisch aus (inflationsbereinigt)? Denn nur wenn ich weiß, was realistisch ist, kann ich meine Erwartungen sauber einordnen. Und genau daran scheitert es in der Praxis oft: Man vergleicht Äpfel mit Birnen, verwechselt kurzfristige Phasen mit langfristigen Durchschnittswerten oder erwartet von „sicheren“ Anlagen Renditen, die es real so nie gab.

Historische Renditen:
Schaut man sehr langfristig auf die großen Anlageklassen, zeigt sich ein recht stabiles Muster (real, also nach Inflation):
  1. Aktien (weltweit) – historisch die höchsten Renditen
  2. Immobilien – oft unterschätzt, aber langfristig sehr solide
  3. Anleihen – stabiler, aber mit deutlich geringerer Rendite
  4. Liquidität (Tages-/Festgeld) – primär für Sicherheit, nicht für Wachstum
  5. Gold – eher Werterhalt, langfristig keine starke reale Renditequelle
Diese Reihenfolge ist kein „Versprechen“ für die Zukunft. Aber sie ist ein wichtiger Kompass. Denn sie spiegelt ein Grundprinzip wider, das viele kennen, aber im Alltag gern verdrängen: Das magische Dreieck der Geldanlage.
Magisches Dreieck: Rendite, Risiko, Liquidität – alles gleichzeitig geht nicht

Aktien
bieten langfristig die höchste Renditeerwartung, weil sie Produktivkapital sind: Man beteiligt sich an Unternehmen, die Werte schaffen, Gewinne erwirtschaften und wachsen.
Gleichzeitig muss man hier die größten Schwankungen aushalten können. Die gute Nachricht: Liquidität ist in der Regel täglich gegeben – Börsentag rein, Börsentag raus.

Immobilien
liefern ebenfalls ordentliche Renditen, aber sie sind eben immobil: Verkauf, Bewertung, Transaktionskosten – all das macht Immobilien zu einer Anlageklasse, die eher langfristig gehalten und geplant werden sollte. Viele unterschätzen genau diesen Punkt: Immobilien sind nicht „schlecht“ – sie funktionieren nur anders als ein Depot.

Anleihen und Liquidität
sind dafür da, Stabilität und Planbarkeit zu geben. Aber wer mit ihnen „Vermögenswachstum“ erwartet, wird langfristig oft enttäuscht – besonders inflationsbereinigt.

Gold
hat seinen Platz, aber eher als Absicherung oder „Wertspeicher“ in besonderen Phasen – nicht als zuverlässiger Renditemotor.

Und Kryptowährungen?
Hier ist ein Punkt wichtig, der in Diskussionen häufig untergeht: Die Anlagezeiträume sind noch zu kurz, um daraus belastbare Aussagen über langfristige, inflationsbereinigte Durchschnittsrenditen abzuleiten. Es gab beeindruckende Phasen – aber eben auch extreme Einbrüche. Historisch belastbare Renditeerwartungen entstehen nicht über wenige Jahre, sondern über mehrere Jahrzehnte und verschiedene Marktzyklen hinweg.

Was hilft gegen Schwankungen?
Wenn Aktien langfristig die besten Renditechancen bieten, aber kurzfristig stark schwanken, bleibt die Frage: Wie hält man das aus?
Die Antwort ist unspektakulär – aber wirksam: Diversifikation. Nicht als Schlagwort, sondern als bewusstes Konzept: verschiedene Regionen, Branchen, Stile – und je nach Lebenssituation auch verschiedene Anlageklassen. Denn am Ende ist nicht die höchste Rendite das Ziel. Sondern eine Strategie, die man auch dann durchhält, wenn es unruhig wird.

 

Bei Fragen einfach fragen.

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 Verfasser: Matthias Krapp
Verfasser: Matthias Krapp

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