Steigende Zinsen sind Gift für Anleihekurse. Was sicher wirkt, schwankt stärker als viele erwarten. Denn festverzinsliche Wertpapiere reagieren direkt auf das Marktzinsniveau und können bei Zinsanstiegen spürbar an Wert verlieren. Wer eine Anleihe bis zur Endfälligkeit hält, erhält im Normalfall 100 % zurück (sofern kein Ausfall eintritt) plus die vereinbarten Zinskupons. Doch während der Laufzeit wird der Kurs täglich neu bewertet. Kaufen oder verkaufen Sie eine Einzelanleihe oder einen Anleihefonds, geschieht das immer zum aktuellen Tageskurs. Und dieser reagiert sensibel auf Veränderungen am Zinsmarkt.

Warum fallen Kurse, wenn Zinsen steigen?

Angenommen, Sie kaufen eine fünfjährige Anleihe mit 2 % Zins. Ein Jahr später liegt das Marktzinsniveau für vergleichbare Restlaufzeiten bei 4 %. Neue Anleihen bringen nun deutlich höhere Zinsen. Ihre bestehende Anleihe mit 2 % ist damit unattraktiver geworden. Ein Käufer würde sie nur übernehmen, wenn er dafür einen Abschlag erhält. Denn warum sollte er 2 % akzeptieren, wenn er am Markt 4 % bekommt? Dieser Nachteil wird über den Kurs ausgeglichen.
Obwohl der Emittent solide ist und man die zuvor festgelegten Zinsen erhält, entsteht ein deutlicher Kursverlust. Bei Anleihefonds wirkt derselbe Mechanismus. Steigen die Zinsen, verlieren bestehende, niedrig verzinste Bestände an Wert. Der Fondspreis fällt entsprechend.

Wichtig ist daher:
Anleihen sind keine risikolosen „Zinssparbücher“. Das Zinsänderungsrisiko kann (je nach Laufzeit) spürbar sein.

Wie stark dieser Effekt bei längeren Laufzeiten ausfällt und welche Rolle die sogenannte Duration spielt, zeigen wir kommenden Freitag.

Bei Fragen einfach fragen.
Schreiben Sie uns gerne in die Kommentare.

 Verfasser: Matthias Krapp
Verfasser: Matthias Krapp

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