Bevor Sie sich von 5 %, 8 % oder 12 % Rendite „abholen“ lassen, lohnt sich ein kurzer Reality-Check:
Wie hoch ist gerade der risikolose Zins? Denn erst dann sehen Sie, wie viel Risiko Ihnen da eigentlich mitverkauft wird.
Schritt 1: Den „risikolosen Zins“ kennen
Ganz risikolos ist nichts – aber als Referenz gilt meist der vermeintlich sicherste Schuldner im Euro-Raum:
Der deutsche Staat und seine Staatsanleihen.
Aktuelle Orientierung (Stand: 5. Januar 2026):
– 1 Jahr: ca. 2,02 % p. a.
– 5 Jahre: ca. 2,44 % p. a.
– 10 Jahre: ca. 2,88 % p. a.
Das ist somit Ihr Startpunkt:
Was bekäme ich für meine Laufzeit, wenn ich etwas sehr Sicheres kaufen würde?
Schritt 2: Alles darüber hat einen Preis – und der heißt Risiko
Wenn Ihnen für denselben Zeitraum plötzlich deutlich mehr angeboten wird, gilt fast immer:
Je höher der Zins, desto höher das Risiko.
Ein Beispiel mit 10 Jahren Laufzeit:
– Deutsche Staatsanleihe ca. 2,9 %
– Angebot A: 5 % → mehr Rendite, ja – aber das kommt irgendwo her
– Angebot B: 10 % → noch mehr Rendite – und damit normalerweise auch deutlich mehr „Wenn’s schiefgeht“-Potenzial
Wichtig ist dabei nicht nur die Zahl an sich, sondern die Relation:
5 % sind in einem Umfeld mit ca. 2,4 % „risikolosem Zins“ etwas anderes als 5 % in einem Umfeld, in dem der „risikolose Zins“ bei 0 % steht. Der Abstand zum sicheren Zins zeigt Ihnen, wie aggressiv das Versprechen ist.
Was heißt das für ihre Geldanlage?
Geldanlage heißt nicht „den höchsten Zins gewinnen“.
Sondern bewusst entscheiden, welches Risiko Sie für welche Laufzeit wirklich tragen wollen.
Nächsten Freitag schauen wir uns an, aus welchen Bausteinen dieses Risiko besteht (und woran Sie es schnell erkennen).
Bei Fragen einfach fragen.
Schreiben Sie uns gerne in die Kommentare.
Für den Newsletter anmelden
Abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Wir informieren Sie regelmäßig über aktuelle Neuigkeiten, neue gesetzliche Vorgaben und alles rund um die Themen Vermögensmanagement und Finanzplanung
Bildrechte: ABATUS VermögensManagement
Kapitalanlagen bergen Risiken. Der Wert einer Kapitalanlage kann fallen oder steigen. Es kann zu Verlusten des eingesetzten Kapitals kommen. Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Bitte beachten Sie unsere Risikohinweise und unseren Disclaimer.

Hinterlassen Sie einen Kommentar